Älteste urkundliche Erwähnung: 1260/80 Wolframstorf

Erklärung des Ortsnamens: Personenname Wolfram

Einwohnerstatistik mit Stichtag 1. Juli 2011: 28 Einwohner, davon 24 HWS und 4 NSW

Lage:

Wollmersdorf liegt ca. 2 km südwestlich von Zettlitz in einer Quellmulde, auf 487 m Seehöhe.

Die heutige Siedlung ist ein unregelmäßig gestalteter Angerweiler (Weiler sind Siedlungen mit weniger als 15 Häusern). Die Siedlung wurde in einer Mulde an einer Quelle (Bründlbach) angelegt. Ursprünglich waren nur auf der Sommerseite die Gehöfe. Wahrscheinlich hatte der Ort sechs oder fünf Hofstellen, die in einem Baublock zeilenförmig aufgereiht ihren Standort hatten. Eine solche Siedung nannte man „Zeilenweiler“. Die Bauernhöfe waren Streckhöfe, die aber durchwegs in diesem Jahrhundert zu Vierseithöfen ausgebaut wurden.

Auch im Mittelalter kam in diesen Ort auch ein kleiner „Herrensitz“ mit einem Gut oder Meierhof (heute Bauernhof der Familie Fichtner)gegenüber den bäuerlichen Gehöfen. So blieb der Ort vom Mittelalter bis in unsere Zeit.

Wollmersdorf hat glimmerreiche Gneise, grauen Graphitmarmor und schwarzen Graphitschiefer aufzuweisen, auch Limonitgestein. Feiherr von Kaiserstein, Schlossherr zu Raabs (verst. 1873) begründete den Graphitabbau, der 1959 von der Graphit-AG Wien bis 1971 übernommen und
ausgebaut wurde. Heute ist der Berg nicht mehr ergiebig. Die Fuhren wurden durch den Bruckgraben über Wollmersdorf nach Zissersdorf , bzw. Hötzelsdorf gebracht, wo sie auf die Bahn verladen wurden.

Geschichtliches:

Der Ort wurde 1260/80 zum ersten Mal erwähnt. Damals wurde die Siedlung „Wolframsdorf“ genannt. (Schuster: Ortsnamensbuch). Bei der ersten Besiedelungswelle durch deutsche Siedler wurde dieser Ort wahrscheinlich von einem „Wolfram“ (nach einem Mann mit diesem Namen) gegründet.

Das Gebiet um Wollmersdorf war schon zur Jungsteinzeit besiedelt, wie zahlreich Streufunde zeigen. Aus der Jungsteinzeit (ca. 4500 bis 1800 v.Chr.) fand man linearkeramische Scherben. Hier lebten bereits sesshafte Bauern (Illyrer). Während der späteren Zeit war die Besiedlung spärlicher, das Klima wurde kälter und die Wälder undurchdringlich.

Einige interessante Daten

  1. Jhd. – Wollmersdorf gehörte zur Grafschaft Pernegg-Drosendorf.
    1218     –  ging die Grafschaft in den Besitz der Babenberger Landesfürsten über
    1246     –  starben die Babenberger aus – der mährische Markgraf Ottokar übernahm die
    Grafschaft – später ging sie an die Habsburger über
    14 Jhd.  –  war Wollmersdorf dem Stift Herzogenburg zehentpflichtig.
    1439     –  kam es zur Stokhelischen Stiftung: Paul Stockhel, Bürger zu Wien, spendet für einen
    Jahrtag der Pfarre zu Eibensstein (Wollmerdorf) eine Fischweide oder ein
    Fischwasser auf der Thaya.
    1590     –  die Obrigkeit in Wollmersdorf hat Ernst v. Mollard zu Drosendorf über 5 Häuser
    1713     –  war ein arges Pestjahr – der Ort starb aus.
    1786     –  zeigt die Josephinische Fassion, dass zur Gemeinde Zettlitz die Ortschaften
    Pingendorf und Wollmersdorf dazugehören und in der Herrschaft Drosendorf
    gelegen sind.
    1823    –  verpflichtete sich Wollmersdorf, dem Pfarrer jährlich freiwillig 1 ½ Metzer Hafer zu
    geben.
    Es gab fixe Gemeindemessen alljährlich mit genau festgelegten Messstipendien
    (von 50 kr aufwärts).
    Zu Maria Lichtmess bekam der Pfarrer einen halbpfündigen Wachsstock.
    1919   –    wird die neue Stahlglocke, die von Johann Androsch (Haus Nr.2) gespendet wurde,
    aus Dankbarkeit für die Rückkunft aus der 5-jährigen Kriegsgefangenschaft in Russland,
    feierlich aufgezogen.
    Wollmersdorf hat einen Glockenturm, wie er nur noch selten zu sehen ist.(Quelle: Erika Hilde Schalko)
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