• 7. Dezember 2019
  • 09:00
  • Schoss Drosendorf

November/Dezember 2019 jährt sich zum dreißigsten Mal der Jahrestag der Samtenen Revolution (Sametová revoluce) in der damaligen Tschechoslowakei. In dieser Zeit fanden bereits die ersten Solidaritätsveranstaltungen im Raum Drosendorf-Langau statt. Studentinnen und Studenten  aus Brünn (Brno)  aber auch Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft lernten zum ersten Mal nach Jahrzehnten ihre Nachbarn im österreichischen Waldviertel kennen. Im Rahmen der Waldviertelakademie wurde das Veranstaltungsformat Grenze und Nachbarschaft ins Leben gerufen. In zahlreichen Symposien trafen sich Wissenschaftler aus beiden Ländern zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Nachbarländern. Es. entstand ein breiter, grenzüberschreitenden  Austausch, der von Sprachkursen und Ausstellungen bis zu literarischen, sportlichen und filmischen Aktivitäten reichte.

Heute sind diese Ereignisse bereits Geschichte,  heute lebt in unseren beiden Ländern schon eine Generation, die damals noch gar nicht auf der Welt gewesen ist. Mit dem Beitritt Österreichs und später auch Tschechiens (und der Slowakei) hat sich der Charakter von Grenze und Nachbarschaft weiter modifiziert und es stellt sich die Frage, ob sich die beiden in den drei Jahrzehnten näher gekommen sind wie normal unsere Beziehungen sind, welche Rolle dabei das europäische Projekt spielt und was uns heute trennt. 30 Jahre Grenze und Nachbarschaft eröffnet einen Rückblick auf die genutzten, aber auch die versäumten Möglichkeiten in dieser Nachbarschaft.

Der Tradition der einstmaligen Symposien Grenze und Nachbarschaft folgend, möchten wir aus Anlass des 30jährigen Jubiläums von 1989 ein transdisziplinäres organisieren, ein wissenschaftliches Symposion ausrichten, das Grenze und Nachbarschaft in verschiedenen Bereichen (Literatur, Sprache, Kultur, Politik, Zeitgeschichte, Region) aber auch  in verschiedenen Epochen und Perioden thematisieren. Die historische Dimension, die über das kurze 20. Jahrhundert hinausgreift,  ist uns nicht zuletzt deshalb wichtig, weil an ihr deutlich wird, dass sich Phänomene wie Grenze, Nachbarschaft, Nachbarschaft, Zugehörigkeit und Identität ändern.  Partner  des Projektes sind u.a. die Universität Brno, der Waldviertler Heimatbund, die Waldviertel-Akademie und der Filmclub Drosendorf (alle angefragt). Die Eergbenisse der Tagung werden in einem Forschungsband der Reihe Verflechtungen und Interferenzen. Studien zu den

Literaturen und Kulturen im zentraleuropäischen Raum (herausgegeben von Wolfgang Müller-Funk und Andrea Seidler) veröffentlicht.

Kuratoren : Wolfgang Müller-Funk, Tomáš Pospíšil,  Ales Urvalek, Jan Budňák ( alle Univ. Brno) in Zusammenarbeit mit Oliver Rathkolb, Thomas Winkelbauer und Friedrich Polleross (alle Univ. Wien/Waldviertler Heimatbund), Wilhelm Ch. Erasmus (Filmclub Drosendorf), Mella Waldstein (KuKUK) u.a.

Univ. Kooperationspartner: Univ. Brno, Institut für Germanistik – Univ. Wien, EVSL und Institut für Slawistik.

Lokale Mitveranstalter des Symposions  sind der Kulturverein KuKUK, der Filmclub Drosendorf und die Stadtgemeinde Drosendorf-Zissersdorf.

 

 

 

7.12. 2019, 9-16 Uhr, Bildungsstätte Schloss Drosendorf.  3. Tag: Grenze und Nachbarschaft.

 

9.00-11.00  Erbschaften

Stefan Newerkla (Wien), Sprachen trennen und verbinden – Tschechisch und österreichisches Deutsch im Sprachkontakt.

Muriel Blaive (Praha/Wien), Historical Imaginaries at the Czechoslovak-Austrian Border: Communist and Post-Communist Times.

Wolfgang Müller-Funk (Wien/Brno),  30 Jahre danach. Mit einer Lektüre von Texten von Vaclav Havel und Jiří Gruša.

Moderation: Andrea Seidler

11.15- 18.00 Grenzen

Panel 3  11. 15- 13. 15

Zdeňka Stoklásková (Brno):  Der Reisepass und Reisen über die niederösterreichisch-mährische Grenze.

Thomas Winkelbauer (Brno), Die Herren bzw. Fürsten von Liechtenstein als ‚grenzüberschreitendes‘ Adelsgeschlecht in Mähren und Niederösterreich (vom Spätmittelalter bis 1945)

Jan Budňák (Brno), Wiener Kontexte des deutschsprachigen liberalen Aktivismus in der Ersten Tschechoslowakischen Republik.

Moderation: Friedrich Polleroß (Wien)

Panel 4, 14.00-16.00

Zdeňek  Mareček (Brno), Literarische Grenzgänger im doppelten Sinne: Karl-Markus Gauß und Beppo Bayerl an der Grenze von Staaten und Genres.

Milka Car (Zagreb), Die Grenzen in Miroslav Krležas Novelle Der Großmeister aller Schurken.

Alfrun Kliems (Berlin), Vertreibungstexte aus Ostmitteleuropa nach 1989 (Denemarková, Jirgl, Twardoch)

Moderation:  Marijan Bobinac

16.30-18.00 Schlussdiskussion

Moderation: Jan Budňák /Wolfgang Müller-Funk/ Tomaš Pospišil/ Aleš Urvalek

 

 

Sämtliche  Veranstaltungen sind frei zugänglich, die jeweiligen Abendveranstaltungen sollen auch der Begegnung und der Kommunikation der lokalen Bevölkerungen dienen und werden eigens in Kooperation mit den jeweiligen Gemeinden beworben.

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