Die Bilderbuchstadt Drosendorf nahm vor langer Zeit ihren Ursprung !

Das Gebiet um Drosendorf ist seit der Jungsteinzeit – seit etwa 6000 Jahren – besiedelt. Dies ist durch die zahlreichen Bodenfunde belegt. Es gibt auch hallstättisch – keltische Funde aus der Zeit von etwa 400-100 v.Chr. Im 8. und 9. Jh. n. Chr. wird eine Siedlung im Zuge der ersten bayrische Besiedlungswelle vermutet. Der Name Drosendorf könnte von „Dorf des Drozzo abgeleitet werden.

1188
Erste urkundliche Erwähnung Drosendorfs: ein Albero von Drosendorf scheint als Zeuge in einem Schirmbrief des Bischofs von Passau für das kurz vorher (1153) ergründete Stift Geras auf.

1200 ca.
In den Jahrzehnten um 1200 ist die Gründung der befestigten Marktsiedlung anzunehmen, die in ihren Anfängen nur eine Holz-Erde-Befestigung aufweist.

1220 ca.
Herzog Leopold VI. lässt die Besitzungen der Grafen von Pernegg einziehen, da der Sohn und Erbe des damals verstorbenen Grafen Ulrich ein „Narr und Tor“ ist. Drosendorf wird landesfürstlich. In den folgenden Jahrzehnten entsteht der älteste, heute noch bestehende Mauerring

1255
Es scheint ein gewisser Gerwig als Stadthauptmann auf. Man kann daraus schließen, dass Drosendorf damals schon Stadt war.

1278
Drosendorfs große Stunde. König Ottokar zog mit einem Heer ins Marchfeld zur Schlacht gegen Rudolf von Habsburg. Er belagerte mit 18.000 Mann Drosendorf, das sich unter der Führung des Stefan von Maissau 16 Tage lang tapfer verteidigte. Rudolf von Habsburg konnte indessen sein Heer bei Dürnkrut sammeln und formieren. Ottokar verlor die Schlacht und Leben, und die Habsburger regierten fortan in Österreich. Drosendorf wurde kaiserliche Stadt!

1310
Friedrich III. der Schöne verlieh Drosendorf die gleichen Rechte „an Maut und anderen Dingen, wie sie Laa, Eggenburg und Korneuburg besitzen“, mit dem Zusatz „unseren lieben Bürgern von Drosendorf“. Diese Städte hatten die gleichen Rechte wie Wien.

1328
Belagerung von Drosendorf durch ein Heer König Johanns von Böhmen. Die auch mit Belagerungsmaschinen angegriffene Stadt wird erst nach sechswöchigem Kampf übergeben.

1359
Herzog Rudolf IV. bewilligt seinem Hauptmann Friedrich von Wallsee-Drosendorf, 400 Pfund für den Ausbau der Befestigung von Drosendorf aufzuwenden.

1379
Die Herzöge Albrecht III. und Leopold III. gewähren den Bürgern von Drosendorf einen herbstlichen Jahrmarkt als Finanzierung einer besseren „Erbauung und Versehung“ der Stadt.

1399
Einer der 4 Jahrmärkte die in diesem Jahr von Wohlwollenden Landesherren genehmigt wurden, finden noch jetzt jedes Jahr am 21. Dezember statt: der Thomasmarkt.

1405
Albert von Vöttau überfällt Drosendorf bei Nacht und besetzt die Stadt, kann aber nicht in die gut verteidigte Burg eindringen. Die Stadt wird in der Folge durch ein Hilfskontingent zurückerobert, wobei der Vöttauer sein Leben verliert.

1407
Herzog Leopold iV. verleiht den Bürgern der Stadt das Weinungeld auf drei Jahre, da sie daselbst gemainlich yetzt vnd auch vormals in solcher mass gewüst uvnd verderbet sind, daz Sy sich an vnser hilff daselbst nicht enthalten mügen. Sie sollten die Statt damit bawen vnd pessern an den Stetten un enden, da sein nottdutfft ist vngeuerlivh. 1416 wird ihnen aus gleichen Gründen die Hälfte de Ungeleds für Wein- und Bierschank erlassen.

1453
Oswald von Eitzing erhölt das Schloss, Stadt und Herrschaft Pflegeweise auf Lebenszeit verliehen.

1461-64
wir die Kirche am Stadtplatz errichtet.

1536
Gründung des Bürgerspitals durch Mrakesch von Noskau für 10 „hausarme Leute“.

1559
Die Stadt erhält von Kaiser Ferdinand I die Blutgerichtsbarkeit. Die Bürger unterstanden nur dem von ihnen gewählten Richter, nicht etwa der Schlossherrschaft oder einer anderen Obrigkeit. Allerdings galt dieses Recht nur für Verbrechen die innerhalb eines kleinen Bereiches rund um die Stadt verübt wurden.

1560
Der Stadt wird gestattet mit rotem Wachs zu siegeln und es wurde ihr das heutige Stadtwappen mit dem Doppeladler von Kaiser Ferdinand I verliehen.

1563
Ferdinand i. regelt die Rechte und Pflichten der „Gewerken“ des Alaunbergwerkes bei Drosendorf und befreit für 10 Jahre von der Steuer – eine Art erste „Grenzlandhilfe“. Drosendorf war damals so wichtig, dass die Landesherren immer wieder Zuschüsse zur Erneuerung und Erhaltung der Stadtmauer gewährten.

1613
Kaiser Mathias bewilligt einen zusätzlichen Jahrmarkt, da die Bürger von Drosendorf ihr Nahrung maistenthails mit harter Mhüee vund Arbaydt gewinnen müssen; außerdem wären sie durch Einquartierungen, durchziehendes Kriegsvolk und sonstige Ungelegenheiten in Armut geraten.

1627
Ferdinand II. bestätigt die Rechte und Freiheiten der Stadt Drosendorf

1630
Andre Mrakesch von Noskau stellt der Stadt nachträglich einen Kaufbrief über von seinem Vater Wenzel am 22. 1. 1574 an die Stadt verkauften 10 Viertel Weingärten bei Retz.

1645
Die Schweden ziehen an Drosendorf vorbei, weil sie die Stadt gut verteidigt fanden

1702
Die Reliquien der HL. VALENTINA kommen als Geschenk des Papstes an Gräfin Eleonore Lambert nach Drosendorf. Das Sterbejahr ist auf einer Steinplatte mit 317 angegeben

1846
Großer Stadtbrand am 29. Juni. Das Dach des Kirchturmes brannte ab, die Glocken fielen herab, ein Großteil der Häuser sowie der Turm des Raabser Tores wurden ein Raub der Flammen

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