Älteste urkundliche Erwähnung: 1188 Albero von Drosendorf

Erklärung des Ortsnamens: Dorf mit dem Personennamen Drozen oder Drozzo

Einwohnerstatistik mit Stichtag 1. Juli 2011: 161 Einwohner, davon 80 HWS und 81 NSW

Geschichtliches:

Über die Kirche

Die Pfarre Drosendorf bestand bereits bei der Gründung des Stift Geras 1153. Sie wurde dem Stifte einverleibt und wird seither von Prämonstratenser Chorherren betreut. Die Pfarrkirche steht nicht in der Stadt sondern in der Altstadt am Fuße des Stadtberges, auf einem steilen Felsen über dem Thumeritztal. 1153 befand sich hier eine dem heiligen Ulrich geweihte Kapelle, die später als Karner (Totenkapelle, Beinhaus) verwendet wurde. Sie stand vermutlich etwas östlich der heutigen Kirche, etwa an der Stelle des großen Friedhofkreuzes. Die beherrschende Lage von Kirche und Pfarrhof lässt sich auf eine Anlage als Wehrkirche schließen. Um das Jahr 1350 wurde die heutige Pfarrkirche, wahrscheinlich in romanischem Stil, erbaut. 1494 war sie noch dem  Hl. Ulrich geweiht, später wurden die Apostelfürsten Peter und Paul die Kirchenpatrone. Die Kirche wurde durch einfallende Kriegsheere mehrmals verwüstet und in spätgotischem Stil als dreischiffige Basilika wieder aufgebaut. Gotische Bauelemente sind noch in den außen angebauten Strebepfeilern, den Fenster- und Türgewänden im Altarraum (Sakristeitür) und in dem wunderschönen hochgotischen Sakramentshäuschen, das um 1515 errichtet wurde, zu erkennen. Auch das prächtige spätgotische Südportal ist Zeuge dieser imposanten Bauperiode.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Pfarrkirche zweimal, 1620 und 1645 verwüstet und sogar als Pferdestall verwendet. Im 17. Jahrhundert erfolgte die Einwölbung der Kirche mit Platzlgewölben. 1780 erhielt sie ihre heutige barocke Form. Bemerkenswert sind die Deckenfresken von Lukas Stipperger, einem Schüler Paul Trogers.

In Erinnerung an die alte Ulrichskapelle und an eine dem Hl. Johannes geweihte Kapelle am Hausberg nördlich der Pfarrkirche sind die Seitenaltäre dem Hl. Ulrich und  Hl. Johannes geweiht. Die Johanneskapelle wurde 1359 mit einer Stiftung bedacht, bestand auch noch 1544, ist aber heute nur mehr in Ruinenresten zu erkennen. Die Kapelle wurde an Stelle einer alten keltischen Kultstelle errichtet (Kraftplatz). Die Pfarrkirche steht inmitten des beschaulichen, ganz von einer alten Mauer umgebenen Friedhofs. Ihr gegenüber befindet sich der mächtige Pfarrhof, der in seiner heutigen Form großteils aus dem 17. Jahrhundert stammt.

(Quelle: Blätter zur Geschichte der Stadt Drosendorf – Ulfhild Krausl)

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