Stadtführungen:
vom 1. Mai bis 26. Oktober jeden Samstag, Sonn- u. Feiertag
um 11:22 ab Rathaus  Preis: € 2,00 pro Person
sonst gegen Vereinbarung: Auskunft Stadtamt +43 2915 2213 oder bei den FührerInnen

Stadtführungen nach tel. Terminvereinbarung: 
Ing. Herwig Schöchtner 02915 2805
Johann Bauer  0664 336 10 45
Ulfhild Krausl 0699 116 27 313
Mella  Waldstein  0664 558 38 58
Johannes Jüttner 0664 943 49 72
 


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Das Wappen mit dem Doppeladler über dem Stadttor spricht noch heute von der ehemaligen Bedeutung dieser Stadt als landesfürstliche Grenzveste, nach der Herzog Rudolf IV. auch den Titel "Markgraf von Drosendorf" führte.

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Das beherrschende Gebäude auf dem Hauptplatz ist das
R a t h a u s.
1542 wurde es vom Rat dem Besitzer der Hofmühle abgekauft. Das Dach trug einen Glockenturm, mit dessen Geläute die Ratsherren zu den Sitzungen gerufen wurden. Er verbrannte beim großen Brand 1846.
1933 wurde die Fassade von August Hoffmann, einem Kunstmaler, mit Sgraffitomalereien versehen (restauriert 1982). Die Abbildungen zwischen den Fenstern des 1. Stockes zeigen von links:
Stefan von Maissau (Verteidiger gegen Ottokars Heer 1278).
Bildnis des Hl. Martin, des Schutzpatrons der Stadtkirche
Ehrentafel für viele ungenannt gebliebene Bürger, die der Stadt im Laufe der Jahrhunderte gedient haben. Oswald von Eitzing, 1453, der sich bei der Errichtung der Martinskirche große Verdienste erwarb.

Bergamtshaus.TIF (989696 Byte) Links neben dem Rathaus sehen Sie das
B e r g a m t s h a u s (Hauptplatz 2) mit den beiden Ecktürmen. Es soll dem Besitzer des Alaunbergwerkes gehört haben. Eine Sage erzählt, dass sich in Notzeiten oder wenn Gefahr droht in dem Haus eine „weiße Frau“ zeigt.
Heute bewohnt die Künstlerin Doris Termath mit ihrem Gatten
Dr. Günther dieses Objekt.
Stadtf2.jpg (45060 Byte) Der Hauptplatz zeigt die Anlage einer typischen mittelalterlichen Burgstadt mit Dreiecksanger.  
Um den Anger, in dessen Mitte die Martinskirche steht, reihen sich die Bürgerhäuser, früher spitzgiebelig, aus Holz, mit Lehm beworfen, die Dächer mit Stroh gedeckt, kleine Fenster, durch Läden verschließbar, innen durch Kienspan und offenen Feuer spärlich beleuchtet
Bürgerhaus.JPG (31209 Byte) Rechts vom Rathaus befindet sich ein altes Bürgerhaus, mit Erker und Gitterfenster. Es zeigt Brezel und die Jahreszahl 1559. 
Das Bürgerhaus wurde1995 von der Gemeinde erworben und liebevoll restauriert. Es beherbergt den Drosendorfer Jazzclub, das Circusbüro und einige Besprechungsräume.

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Das K u g e l h a u s ( Hornerstraße 7).
Eine 7,5 Pfund schwere Kugel, die 1620 bei einer Belagerung während des Dreißigjährigen Krieges in die Stadt geschleudert worden war, gab ihm den Namen. Weil die Kugel nur den Rüssel eines Schweins verletzte, wurde sie aus Dankbarkeit, mit einer Inschrift versehen, hier befestigt.

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Das T e m p l e r h a u s war der Wintersitz der Herren von Eibenstein. An der Ostseite des Gebäudes (an der Hornerstraße also) befindet sich in etwa 5 Meter Höhe eine vermutlich romanische Figur in sitzender Haltung, das sogenannte
„G ö t z e n m a n d e r l“.

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Die schöne barocke P e s t s ä u l e  gegenüber dem Rathaus wurde 1714 zum Dank dafür errichtet, dass die Stadt von der Pest verschont geblieben war. Sie zeigt die drei Pestheiligen Rochus, Sebastian und Karl Borromäus, ein Relief der Hl. Rosalia und oben die Madonna und die Dreifaltigkeit. Die Inschrift enthält ein sogenanntes Chronogramm (die Großbuchstaben ergeben als römische Ziffern das Jahr 1714).

 

 
 
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Die M a r t i n s k i r c h e oder Stadtkirche (Zl.6) wurde 1461 bis 1463 an Stelle einer Kapelle gebaut. Sie ist ein spätgotischer Hallenbau mit nach innen gestellten Pfeilern. In den so entstandenen Nischen befanden sich früher Altäre. Aus der Gotik blieben die Türeinfassungen (gotischer Türring am Hauptportal) und einige Fenster erhalten. Die Schlusssteine der Gewölbe zeigen das Landeswappen, das sogenannte Heiligengeistloch mit den Initialen Jesu IHS (volkstümlich: Jesus, Heiland, Seligmacher), das Wappen der Herren von Eitzing und das Wappen von Drosendorf. 1781 wurde die Kirche barockisiert.
Der Hochaltar ist mit qualitätvollen Heiligenstatuen geschmückt. An Stelle des Hl. Martin befand sich bis etwa 1880 eine Marienstatue. Auf dem Tabernakeltürchen finden wir ein Reliefbild des Hl. Norbert (Gründer des Prämonstratenserordens).
Die Seitenaltäre zeigen die Heiligen Anna und Antonius von Padua und sind vermutlich wie die Kreuzwegbilder von einem Maulpertschüler gemalt.
Um das Kirchenschiff läuft ein Emporengang. Die Empore im Hochaltarraum war der Familie des jeweiligen Schlossbesitzers vorbehalten. Im Altarraum sehen wir zwei gotische Grabplatten aus rotem Marmor. Links das Grab des Oswald von Eitzing und seiner beiden Gemahlinnen, 1476, rechts Georg von Eitzing und seine Ehefrau, datiert 1499.

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Seit 1702 ist die Reliquie der Hl. Valentina in Drosendorf. Auf einer Steintafel ist das Sterbejahr mit 317 angegeben. Die Gebeine stammen aus einer Katakombe bei Rom und waren ein Geschenk des Papstes an Gräfin Leonore von Lamberg.

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Das R e g e n t e n h a u s (heutige Apotheke) war bis 1666 der Wintersitz der Äbte von Geras. Später verfiel es, und das Stift Geras schenkte es der Herrschaft Drosendorf, von welcher es die Familie des heutigen Besitzers erwarb.

Links daneben finden wir das sogenannte K a p l a n h a u s (Hauptplatz 11). 1423 gestattete der Landesherr dem Kaplan des Achazaltares in der Martinskirche (zu jedem Altar gab es reiche Stiftungen), sich in der Stadt ein Haus zu bauen. Dieses gehörte bis zum Umbau 1929 zu den ältesten Häusern der Stadt. Es hatte im Inneren gotische Kreuzrippengewölbe.

Gegenüber von der Apotheke befindet sich der alte Stadtbrunnen. Er ist 52,5 Meter tief in den Felsen gehauen. Darüber stand ein Brunnenhaus, das Wasser wurde mit Hilfe eines Rades heraufgeschöpft. Der Drehbrunnen war bis Mitte der Zwanzigerjahre in Betrieb. Der jetzige Brunnenkranz wurde 1985 neu errichtet. Es sollen einige unterirdische Gänge zu diesem Brunnen führen.
Dächer.jpg (34817 Byte) Das "Stockkastl"  war die erste romanischer Kirche. Es überragt alle Gebäude der Stadt.
Später als Schüttkasten verwendet, diente es ab Anfang des 18. Jh. als Gefängnis. Im ersten Stock befinden sich noch die Zellen mit den kleinen Gitterfenstern und den eisenbeschlagenen Bohlentüren. Hier wurde die Braut des berüchtigten Räuberhauptmannes Johann Georg Grasl, die Abdeckerstochter Theresia Hamberger aus Autendorf, gefangen gehalten. Grasl wurde durch eine List des damaligen Drosendorfer Justiziars Franz Joseph Schopf in Mörtersdorf bei Horn gefangen genommen und 1818 mit 28 Jahren in Wien hingerichtet. Heute ist das Haus in Privatbesitz.

Die P r a n g e r s ä u l e , das Wahrzeichen der Gerichtsbarkeit und des Marktrechtes.
Sie stammt aus der Zeit um 1500 und ist eine der höchsten noch bestehenden Säulen im deutschen Sprachraum (über 8 m hoch). Der Unterteil zeigt gotische Kielbogen. Der Oberteil mit dem „steinern Mann“ wurde 1616 angefertigt, da die alte Figur von einem „großen Sturmwind“ heruntergeworfen worden war. Der Ritter hielt ein Schwert im Arm – das Zeichen der Blutgerichtsbarkeit.
Dieses brach später ab, sodass an Markttagen ein Ersatzschwert an einer langen Stange an den Pranger gelehnt wurde. Am Vorabend eines Markttages wurde diese Stange vom Bürgermeister und den Ratsherren in feierlicher Prozession zum Pranger gebracht und blieb über die Markttage dort. Im Jahr 2000, unter Bürgermeister Franz Krestan, wurde der Pranger renoviert, der Ritter bekam ein neues Schwert, auf das er sich nun stützt.

Die Strafe, am Pranger stehen zu müssen, war eine Ehrenstrafe, bei der man dem Gespött der Mitbürger ausgesetzt war. Sie wurde häufig über „zänkische Weiber“ aber auch über „trunksüchtige Männer“ verhängt. Von den Häusern „liederlicher Frauenspersonen“ wurden Maisteige zum Pranger gemacht. Jungvermählte Paare gingen dreimal um den Pranger herum, um die Ehe auch rechtlich abzusichern. 

Unter Josef II. verlor die Stadt die Blutgerichtsbarkeit. Sie fiel an die Herrschaft des Schlosses und an das Landgericht. Die etwa 100 Jahre alten Parkbäume wurden zu verschiedenen Jubiläen gepflanzt. (F. Schubert, Jubiläen des Kaiserhauses usw.). Prangerhansel

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Haben Sie schon diese wunderschönen gotischen Fenster entdeckt? Halten Sie die Augen offen in Drosendorf!

Das Buch "Starke Mauern an der Thaya" von Ronald Woldron und Raimund Rhomberg erhalten Sie im Gemeindeamt, im MOKA, der Trafik und in den Banken.

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Das Schloss  wurde an der östlichen Ecke des Stadtgebietes angelegt, um die ungeschützte Seite des Umlaufberges besonders verteidigen zu können. Die heutige Form erhielt das Schloss nach einem Brand 1694, bei dem nach einem Blitzschlag das ganze Gebäude abgebrannt war. Der romanischgotische Gebäudekern wurde im Renaissancestil ausgebaut. Das Schloss hatte auch einen Turm, der 1710 abgetragen wurde. Im Hof befindet sich ein stimmungsvoller Auslaufbrunnen mit Lambergschem Wappen, ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1548 (Wappen der Grafen Mrakesch) und eine Sonnenuhr.
Das gemalte Wappen am Südtrakt des Schlosses ist das der Grafen Hoyos.
Die Schlosskapelle wurde 1681 in den damals noch tiefen Burggraben gebaut und zeigt gotische Baumerkmale. Im Inneren, links vom Hochaltar, ein Bild des Hl. Donatus, der vor Gewittern schützen soll, sowie eine bemerkenswerte Kreuzigungsgruppe. Das Altarbild zeigt die Krönung Mariens.
Ab 1960 wurde das Schloss als Frühstückspension ausgebaut. Die letzte Außenrenovierung fand 1972 bis 1980 statt. Dabei wurde auch der Hof gepflastert und das Wappen über dem Tor (Wappen der Grafen Kurz) angebracht.
Seit 1978 beherbergt das Schloss die Bildungsstätte der NÖ. Landarbeiterkammer. Es wird auch als Frühstückspension mit Seminarräumen geführt.

Über die Besitzer des Schlosses:
1278 ging die Herrschaft Drosendorf in den Besitz der Habsburger über, wurde aber immer verpachtet und zwar:
um 1293 an die Herren von Capelln, die Rudolf in der Schlacht auf dem Marchfeld entscheidend unterstützt hatten
um 1355 an die Herren von Wallsee
1453 an die Herren von Eitzing
1534 bis 1574 an Johann Mrakesch von Noskau (Gründer der Bürgerspital-stiftung)
ab 1606 folgte die Familie der Grafen Mollard, die die Herrschaft als Eigen-tum erwarben, also keine Pächter mehr waren. Seither ist das Schloss in Pri-vatbesitz.

Die nächsten Besitzer waren die Grafen Kurz (wahrscheinlich ab 1637), die auch Horn besaßen. Durch Heirat gelangte der Besitz 1664 an Ferdinand von Sprinzenstein, ab 1704 ebenfalls durch Heirat an die Familie Lamberg-Sprinzenstein. Seit 1822 ist das Schloss im Besitz der Familie Hoyos-Sprinzenstein.
 
   
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